Donnerstag, 20. Dezember 2018

Schwangerschaft und Gewichtsprobleme

Mein Blog soll ehrlich sein. Und bleiben. Ich möchte nicht, dass hier jemand den Eindruck bekommt, ich habe die Weisheit mit Löffeln gefressen, mein Weg geht immer nur steil bergauf und ich habe verstanden, wie das Leben funktioniert. Ich habe an mir selbst festgestellt, wie langweilig manche Menschen mir geworden sind, die immer nur berichten, wie gut alles funktioniert. Die einmal eine Erkenntnis hatten und seitdem nie wieder einen Rückfall, die auf ihr vergangenes Leben zurückschauen als wäre es das einer anderen Person. So geläutert bin ich nicht. 

Gerade kämpfe ich extrem mit dem Essen. Und allem, was damit zusammenhängt. Gestern war so ein Tag, der nicht lief wie geplant. Ein paar Termine sind ausgefallen, ich hatte kaum geschlafen und so entschied ich, mich auf die Couch zu packen und auszuruhen. Ich hatte noch nichtmal das Bedürfnis zu essen. Und kurz war da auch der Gedanke, dass ich das nicht tun muss, sondern dass ein Tee reicht und vielleicht eine Mütze Schlaf. Und dann habe ich unsere Schränke durchwühlt. Vom Tiefkühlschrank bis rauf in den letzten Winkel der Küchenschränke. Am Ende fielen mir zwei Orangen, ein Müsli, ein Weihnachtsmann von meinem Sohn, fast alle selbstgebackenen, ergo widerlichen, Plätzchen, drei Stücke Käse und ein Sandwich zum Opfer. Am Abend habe ich noch einen wirklich ekligen Tiefkühl-Flammkuchen, etwas Salat und eine dreiviertel-Packung Merci-Schokolade hinterhergeschoben. Der Rest der Schokolade wurde nur verschont, weil ich was übrig lassen musste für die anderen. Ich denke, ich hätte noch viel mehr gegessen, wenn irgendwas da gewesen wäre. Und dieses Gefühl der Unzufriedenheit wurde nur immer größer, mit jedem Bissen. 


Es ist vielleicht nicht der geeignete Zeitpunkt, euch zu berichten, dass ich in der 20. Woche schwanger bin, allerdings trägt mein Zustand durchaus zu meiner Verwirrung bei und die Gewichtszunahme verunsichert und ängstigt mich. Seit Wochen versuche ich, cool zu bleiben, das Stirnrunzeln der Sprechstundenhilfe beim Arzt auszuhalten, wenn sie mein Gewicht in den Mutterpass einträgt und mein runder werdendes Gesicht im Spiegel nicht als abstoßend zu empfinden, wenn ich an einem Spiegel vorbeilaufe. Ich sage mir, dass es wichtigeres gibt und auch, dass ich diese Lektion wohl wirklich noch lernen muss.

Bevor ich schwanger wurde, habe ich gemerkt, dass ich gerne wirklich ein bisschen abnehmen möchte, um mich wohler zu fühlen. Dadurch, dass ich mich sehr lange von Waagen und Diäten ferngehalten hatte, hatte sich mein Gewicht weiter oben eingependelt, als früher. Und nein, ich wollte mir nicht vormachen, dass ich das schön fand. Aber ich habe mich auch nicht fertiggemacht. Und es hat auch nicht funktioniert, übrigens. Als ich dann schwanger war, war der erste Gedanke: "Dieses Mal will ich nicht so viel zunehmen". Davon war ich beherrscht und es hat mich massiv unter Druck gesetzt. Denn am Anfang der Schwangerschaft, wo die Hormone wirklich verrückt spielen und in meinem Fall gegen die Übelkeit nur essen geholfen hat (wenn auch leider nur sehr kurzfristig), ist es unmöglich, sich in dieser Hinsicht zu disziplinieren. Und als es mir endlich besser ging, habe ich mir entsprechend noch fester vorgenommen, zumindest ab jetzt wirklich aufzupassen. Und das ist ja auch der Rat, den Ärzte und Hebammen und dämliche Schwangerschafts-Apps und -Ratgeber einem geben. Zu guter letzt: Ich bin Yoga-Lehrerin. Da möchte man wenigstens ansatzweise ein Vorbild sein, sich wohlfühlen, irgendwie glaubwürdig sein. All das hat den Druck immer mehr erhöht und - das Muster habe ich inzwischen immerhin durchschaut - erhöhter Druck heißt Fressanfälle.

Da ist ein Bedürfnis nach Zuwendung, Fürsorge, eine innere Leere. Durch die Probleme mit dem Schlaf, die Aufgaben, die ich nicht geschafft bekomme, das Unwohlsein im eigenen Körper und den immer enger werdenden Klamotten suche ich nach Erleichterung. Und verschlimmere diesen Zustand noch auf der Suche nach Linderung. Denn die Fressanfälle haben wirklich ätzende Nachwirkungen. Neben den schlimmen Bauchkrämpfen plagen mich fiese Gedanken, die sich immer im Kreis drehen. Ich fühle mich als Versagerin, mutlos, antriebslos, kaputt. Und da ist ja auch noch das Baby, das ja so dringend wichtige Nährstoffe, Bewegung, frische Luft einfordert. Und natürlich meine geistige Ausgeglichenheit, denn es spürt ja, wenn es mir nicht gut geht. Puh.

Ich habe heute morgen gemerkt, dass ich darüber nachdenken musste, ob ich diesen Post wirklich veröffentlichen möchte. Es ist verlockend, sich diesen geläuterten Anstrich zu geben, einen auf erleuchteten Yogi zu machen und von überall gespiegelt zu bekommen, wie hilfreich das ist. Es ist auch richtig, dass ich meine Entwicklung dokumentiere und trotz meiner Schwierigkeiten bin ich überzeugt, dass ich weit vorangekommen bin. Aber ich muss authentisch bleiben, ich kann gar nicht anders. Und daher möchte ich mit euch auch teilen, wenn es mir nicht gut geht. Oft genug habe ich dann gar nicht die Kraft, mich auszudrücken. Aber heute, wie verkatert von dem fiesen Essen gestern, muss ich mir selbst auf diese Art Erleichterung verschaffen. 


Ich habe meine Toolbox, ich weiß, was mir hilft. Und ich weiß, dass das hier wichtig für mich ist. Ich lerne von den beschissenen Sachen, nicht von den schönen. 

Irgend etwas sehr Essgestörtes in mir drin glaubt felsenfest daran, dass ich mich in diesen Strudel immer wieder reinziehen lassen muss und dass jedes Mal, wenn es sich so anfühlt, als wäre es jetzt endlich anders, die Keule der Fress-Attacke wieder zuschlägt.

Aber da ist auch noch eine andere Stimme und die wird deutlicher: Ein Fressanfall ruiniert nicht dein Leben und er sagt nichts über die Fortschritte aus, die du erreicht hast. Ein Fressanfall ist nicht verboten, er ist nachvollziehbar unter den beschriebenen Umständen und - das klingt jetzt vielleicht schräg - er hilft mir auch irgendwie. Denn ich lerne Stück für Stück, wie das geht, ohne ein Regelwerk zu essen. Ich kann mich dabei selbst beobachten und merken, warum ich das mache, wonach ich suche und wie wenig das Essen damit eigentlich zu tun hat. Meine Strategien aus dem Chaos raus waren immer Disziplin und irgendwelche Vorsätze. Wenn es keine Diäten waren, so habe ich mich zumindest immer versucht vorzubereiten. Aber ich möchte lernen, in einer Welt voller Tiefkühpizzen und Süßigkeiten zu leben und achtsam damit umzugehen. Mich davon nicht bedroht zu fühlen und eine echte, freiwillige Entscheidung zu treffen, was das anbelangt, was ich mir zuführe. 

Ich lerne gerade so viel über Ernährung und wie sehr unsere Gesundheit davon abhängt. Und mit Gesundheit meine ich immer die seelische und die körperliche, die untrennbar miteinander verbunden sind. Aber ich möchte dieses Wissen nicht gegen mich verwenden und noch mehr Druck aufbauen: Ja, ich weiß, wie es geht und dennoch verhalte ich mich anders. Warum? Weil die Entscheidung dafür nicht aus Impulsen heraus sondern achtsam getroffen werden will. Weil Essen abgekoppelt werden will vom Befriedigen anderer Bedürfnisse als Hunger und Appetit.

So bleibt es am Ende dabei, dass die Erleichterung in einem Moment der Stille, in der Meditation, einem Spaziergang, einer Yoga-Einheit liegt. Und im Verzeihen. In der Selbstliebe. 

Was ich wirklich gerade lerne ist, dass meine Akzeptanz für mich als Mensch nicht davon abhängt, wie dick oder dünn ich bin. Oder ob ich gut aussehe. Wenn es die Menschen um mich herum verstört, wie ich aussehe, so muss das nicht mein Problem sein. Ich kehre zu der Idee zurück, dass ich das Päckchen der Vergangenheit einfach so abwerfen darf, um mich im Hier und Jetzt wohlzufühlen. Denn das alles, dieses ganze Chaos, ist in den Gedanken und nirgends sonst.

Ich bin müde, angestrengt, kaputt, genervt. Ich bin empfindlich. Und ich brauche Entlastung. Vielleicht sind solche Fressanfälle zumindest für die ersten Sekunden tatsächlich eine Erleichterung und erfüllen doch irgendwie ihren Zweck. Auch wenn die Konsequenzen das wieder wett machen. Ich lerne daraus. 

Ich schaue ratlos auf die kommenden Tage, auf Weihnachten, auf meine unaufgeräumte Küche. Und dann schaue ich vielleicht auch mal aus dem Fenster und lenke den Fokus weg vom Essen.

Ich wünsche allen, für die Weihnachten in eben dieser Hinsicht Stress bedeutet, dass es zwischendurch Momente gibt, wo Essen mal keine Rolle spielt, wo wir uns lösen können von den Gedanken über unser Aussehen und darüber, wie die anderen uns wahrnehmen. Ich wünsche uns Kraft und eine große Portion Selbstliebe, die uns blöde Kommentare und Fragen aushalten lässt. Zu viel zu essen ist nicht das Ende der Welt. Und wir müssen nicht auf die Vorsätze fürs neue Jahr warten, um uns selbst gut zu behandeln. Ich werde mich fragen, was mir in dem konkreten Moment wohl am besten hilft und mich danach richten. Vielleicht gibt es dann Situationen, in denen ich mich gegen das Essen entscheide. Oder auch dafür. Das ist eigentlich egal, solange es eine achtsame Entscheidung ist. 

Sonntag, 2. Dezember 2018

Yoga Teacher Training – Rückblick


Der letzte Tag meines Trainings ist zu Ende – ich bin stolz und fröhlich und traurig und blicke auf eine unfassbar tolle Zeit zurück. Es ist aber tatsächlich so, dass ich spüre, dass es mehr der Anfang von etwas als ein Abschied oder ein Ende ist. 


Das Außenseiter-Gespenst

 

Kennt ihr das, dass man sich im Kreis einer Gruppe manchmal als Außenseiter fühlt, ohne dass es einen ersichtlichen Grund dafür gibt? Mir passiert das immer wieder und meine gesamte Jugend war geprägt von diesem Gefühl. An dem Tag, als ich mein Abitur in der Tasche hatte, habe ich erst realisiert, dass mein Außenseitertum während der gesamten Schulzeit Einbildung war. Daran erinnere ich mich, wenn ich an meinen Platz in der TTC-Gruppe denke und daran, wieviel selbstbewusster ich mich heute in solchen Gruppen bewegen kann. Am ersten Tag der Ausbildung gab es eine Situation, in der ich ganz plötzlich wieder die verunsicherte kleine Lene war, die sich nirgends dazugehörig fühlte. Wir hatten alle verbundene Augen und sollten uns in einem großen engen Knäuel umeinander herum bewegen, um schließlich jemanden zu finden und uns ihm anzuschließen. Ich war mit den meisten der Gruppe noch gar nicht bekannt und extrem verunsichert. Ich war gefordert, auf jemanden zuzugehen und lief Gefahr, abgewiesen zu werden, nirgends andocken zu können. Ich war so verloren in diesem Knäuel, dass ich am liebsten abgehauen wäre. In dem Moment nahm jemand meine Hand. Plötzlich war die Realität, die ich wahrnahm, eine völlig andere, ich war geborgen und Teil des Ganzen und die ganze Unsicherheit wie ein Spuk, der einfach vorüber war.

Eine Situation von so vielen, die uns zeigt, wie unsere Gedanken- und Gefühlswelt unsere Stimmung trübt oder so wenig damit zu tun hat, was in der „Realität“ da draußen wirklich los ist. In diesem Knäuel gab es nicht einen einzigen Menschen, der mir nicht wohlgesonnen gewesen wäre. Und dafür gab es auch gar keinen Grund. Den Spuk in meinem Kopf hatte ich mitgebracht, er war in mir und sonst nirgends.

Später habe ich wieder und wieder erlebt, dass es sich lohnt, seine Gedanken in Frage zu stellen und hinter ihrer vorgefertigten Fassade einen Ort der Ruhe und Gelassenheit zu finden. Ich habe gelernt, meine eigene Schwäche auszuhalten und erlebt, dass ich immer gehalten und getragen wurde. Und das beste von allem: Ich habe gelernt, mir selbst aus diesen Situationen herauszuhelfen. 

Gruppen-Dynamik

 

Vielleicht ist diese Gruppe eine große rosa Seifenblase und hat wenig mit dem zu tun, was uns in unserem gewohnten alltäglichen Umfeld an Konkurrenz, Missgunst, Zickigkeit, Ungeduld und Unverständnis begegnet. Man kann es aber auch umgekehrt betrachten. Und man kann den Menschen sogar unterstellen, dass sie alle unterstützend und wertschätzend sind. Im schlimmsten Fall irrt man sich. Anfänglich habe ich so oft darüber nachdenken müssen, was diese Gruppendynamik auslöst: Menschen, die ich in der Straßenbahn niemals beachtet hätte, sind mir so nah gekommen und haben mich in Situationen erlebt, in denen ich verletzlich war, ohne dass ich nur den Hauch eines Zweifels daran gehabt hätte, dass sie meine Freunde sind. Wir leben tagein tagaus mit unseren vorgefertigten Gedanken über Menschen und verpassen dabei so viel. Wir urteilen beständig über jeden, der uns über den Weg läuft und den meisten trauen wir nicht. Ich liebe diese Gruppe und ich bin überzeugt, ich würde eine andere Gruppe von 15 Fremden nach diesem TTC genauso lieben. Ich habe gelernt, einen Schritt zurück zu treten und genauer hinzusehen. Und das ist es genau, worum es im Yoga geht. Wenn ich nur einen Bruchteil davon weitergeben kann als Yogalehrerin, macht das schon einen großen Unterschied. 

 

Meine Werkzeugkiste


Ich glaube, dass ich diese Art von Unsicherheit auf mich selbst bezogen auf meiner Yoga-Reise ablegen konnte. Ich glaube, dass ich heute selbstbewusst in einen Raum mir unbekannter Menschen gehen und ihnen Yoga beibringen kann.

Ich glaube, dass ich was zu sagen habe, was die Menschen interessiert – oder zumindest manche – und dass es wichtig ist, dass ich es auch sage. Ich kann helfen und ich habe etwas zu geben. Ich habe eine große Kiste mit Werkzeug, das mir dient, wenn ich abdrifte und meine Gedanken die Herrschaft über mich wieder übernehmen wollen. 

Diese Werkzeugkiste hat mir in dunklen Momenten, in denen ich vor extremen Herausforderungen stand, die Möglichkeit gegeben, durchzuhalten und nicht aufzugeben. In Momenten von großem Schmerz ist Achtsamkeit die beste Medizin.

Wenn ich zurückblicke auf dieses halbe Jahr – oder noch weiter zurück auf den Anfang dieses Jahres, das für mich sehr dunkel, verloren und verzweifelt erschien, kann ich die Entwicklung, die alles genommen hat, kaum fassen:

Heute bin ich mehr in meiner Mitte, als ich es je zuvor war und die Dinge, die ich mir für mein Leben gewünscht habe, sind wie in einem Märchen Realität geworden. Heute kann ich sehen, dass mein ganzes Leben eine Abfolge von erfüllten Wünschen ist und bin unendlich dankbar für die Geschenke, die ich jeden Tag erhalte.

Ich weiß nicht, was genau da alles noch kommt aber ich weiß, dass ich mich darauf freue. Und ich weiß, dass die Dinge, die einen Platz in meinem Leben haben sollen, immer dort sein werden.

All das klingt von außen betrachtet vielleicht viel zu sehr nach Seifenblase oder rosaroter Brille. Ich kann euch versichern, die Herausforderungen, denen ich begegne, werden immer da sein. Es geht hier nicht darum, das Leben schönzureden. Es geht einzig und allein darum anzuerkennen, was ist. Ich kenne mich und meinen Hang zur Depression. Dieses Thema wird mich mein Leben lang begleiten, ebenso wie meine Höhenflüge. Aber es ist eben das Bewusstsein für mein wahres Wesen aufgekeimt und ich kann nun sehen, wie diese Achtsamkeit Früchte trägt und ich tatsächlich bestimmte Leidensmuster durchbrechen kann. 

Lehrerin und Schülerin

Was hat das jetzt alles mit Yoga zu tun, fragt ihr euch vielleicht. Und ich antworte euch: ALLES. Das und noch viel mehr habe ich über mich selbst gelernt und ich würde es nicht für euch aufschreiben, wenn es nicht für uns alle wichtig wäre. Ich möchte weitergeben und helfen zu entdecken, was wir jenseits unserer Gedanken sind. Ich möchte einen Weg aufzeigen, anzunehmen, wer wir sind, ungeschminkt und schwitzend auf der Matte, konfrontiert mit unseren Grenzen und unseren Möglichkeiten. In der Entspannung, die wir auf eine ganz neue Art und Weise erleben können und in der Liebe zu uns selbst, die die Grundlage für alles andere ist. Ich möchte euch zeigen, dass es möglich ist, zufrieden zu sein, sofort und ohne Anstrengung, ohne Ziele erreichen zu müssen, ohne uns zu verändern. Es gibt nichts, was wir tun müssen. Diese Entdeckung bedeutet eine unglaubliche Erleichterung. Für all das und noch mehr ist Yoga da und jeder, der sich diesem Thema öffnet, wird reich dafür belohnt werden. 

Im Traum wäre ich vor fünf Jahren nicht auf die Idee gekommen, dass ich mir jemals wünschen könnte, Yogalehrerin zu sein und als dieser Wunsch dann in mir entstand, habe ich ihn recht lange vor mir hergetragen, weil ich mich an das Thema nicht herangetraut habe. Auch noch zu Beginn der Ausbildung war das Ganze für mich mehr eine Art Coaching-Programm als der dringende Wunsch, zu unterrichten. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass wir sie teilen wollen, weil wir eben selbst auch so sehr davon profitieren und unfassbar viel von unseren Schülern lernen können. 

Und es liegt in der Natur des Menschen, sich der Spiritualität zu öffnen, auch wenn ich mich jahrzehntelang dagegen gesträubt habe. Heute kann ich selbstbewusst sagen, dass ich ein spiritueller Mensch bin und riskiere gerne, dafür schief angeguckt zu werden. Der Zugang zu meiner inneren Welt relativiert so unglaublich viel in der äußeren Welt! Ich brauche weniger Materielles, ich brauche keinen Status und ich bemitleide Menschen, die sich an diesen Äußerlichkeiten festklammern und sich davon Erleichterung erhoffen, weil ich genau diese Erfahrung selbst gemacht habe. 

Es wird niemand kommen und uns retten, das müssen wir selbst tun. Und das Potential dazu liegt in jedem von uns. Solange wir zurückkehren können zu uns selbst, ist alles gut. Solange Gedanken nicht greifbar sind, werden sie durch uns hindurchgeistern, kommen und gehen, uns verwirren und ängstigen und immer wieder können wir uns von ihnen distanzieren und sie in Frage stellen. Wenn wir uns, die Gedanken und die Welt um uns herum beständig beobachten, erfahren wir mehr über die Freiheit, die wir alle in uns tragen. Mehr braucht es nicht.



Ich habe meine Ausbildung übrigens bei Yogalife im Studio Yoganjuly in Bonn-Kessenich absolviert.