Freitag, 23. November 2018

Yoga Teacher Training - Teil 6: Yoga Nidra und die Manifestation von Glaubenssätzen

Am sechsten Ausbildungs-Wochenende war Manoj Bhanot bei uns und hat uns in die Geheimnisse von Yoga Nidra eingeweiht. Oder sagen wir besser: Wir haben eine Idee davon bekommen, welche Ausmaße Entspannung annehmen kann und welche immensen Auswirkungen diese auf unser Leben haben kann.
 
Wenn ich daran zurückdenke, wie getrieben und angespannt ich früher war, wie die Erwartungen anderer Menschen, meine endlosen To-Do-Listen, Zwänge und Pflichten mich in der Mangel hatten, kann ich kaum glauben, dass ich einen Großteil davon dauerhaft hinter mir lassen konnte. Mit Yoga Nidra, also einer Entspannungspraxis, kann ich dieses Feld der Entspannung weiter erforschen, tiefere Dimensionen davon entdecken und merken, dass da noch viel mehr geht. Ich möchte gar nicht auf all die wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Effekte auf unsere Gesundheit eingehen, ich möchte nur sagen: Wir können unser Leben zum Besseren ändern, jetzt sofort, dauerhaft und ohne auf etwas anderes zurückzugreifen als die Kraft, die in uns selbst liegt.

Wir sind in dieser Ausbildung alle ständig in einer Art Prüfungssituation, werden beurteilt, müssen uns Dinge einprägen. Ganz ehrlich: Neben meinem Leben als berufstätige Mutter ist das eine enorme Herausforderung für mich. Ich habe in den letzten Tagen nicht wenig Zeit damit verbracht, mich zu sorgen, ob ich das alles schaffen kann, habe mich selbst nervös gemacht und verunsichert, habe Druck aufgebaut. Es gibt aber einen Unterschied zu früher: Ich zweifle nicht mehr grundsätzlich an mir. Ich beobachte, wie die Nervosität in mir hochkriecht und sich meiner Gedankenwelt bemächtigen möchte und schaffe es auch immer wieder, einen Schritt zurückzutreten und mir bewusst zu machen, dass alles in Ordnung ist. Und das hat maßgeblich auch mit dem Inhalt der Ausbildung zu tun, die uns ja lehrt, auf uns selbst zu vertrauen, uns genau zu beobachten und uns all das zuzuführen, was uns gut tut. 


Was wäre, wenn wir die Möglichkeit hätten, unsere Wünsche zu manifestieren und Realität werden zu lassen? Wir müssten uns zunächst sehr genau damit auseinandersetzen, was wir uns wirklich wünschen. Für mich ist es eines der Geheimnisse des Lebens, dass wir unsere Gedanken, also auch unsere Wünsche, in die Realität transformieren können. Das ist ein mächtiges Tool und es funktioniert, wie man ganz einfach daran erkennen kann, dass die Glaubenssätze, nach denen wir leben, ganz konsequent hervorbringen, was wir sind. Jemand, der von dem Glaubenssatz beherrscht ist, zu dick zu sein, wird diese Realität nicht dauerhaft loswerden können, egal wie viele Diäten er macht, solange er seinen Glaubenssatz nicht ändert, der ja tief im Unterbewussten verwurzelt ist.

Im Yoga Nidra manifestieren wir unser Sankalpa, einen Entschluss, unser Leben auf eine bestimmte Weise auszurichten. Wir setzen uns hier also ganz bewusst mit unserem Glaubenssatz auseinander und er sinkt in der Entspannung vom Bewussten ins Unbewusste ab, wo er sich entfaltet. 

Versteht ihr nun, wie mächtig diese Praxis ist? Sie kann unsere unbewussten Vorgänge mit dem Bewusstsein in Einklang bringen und uns dadurch heilen. Sie ist das Werkzeug, mit dem wir unser Leben so gestalten können, wie wir es möchten. In der Entspannung des Yoga Nidra liegt die Kraft, unsere Wünsche zu realisieren.

Mein Sankalpa: "Es ist alles gut." Das ist wie ein Anker, wenn einen die Angst zu überrollen droht, es ist eine Erinnerung daran, dass ich etwas ganz besonderes bin und dass es keiner Anstrengung bedarf, dies zum Ausdruck zu bringen. Selbst wenn ich den ganzen Tag nur dasitze, ist alles ganz genau richtig.

Gestern hatte ich eine interessante Einsicht: ich hatte ein Bild im Kopf, wie ich in dem Leben eines anderen Menschen locker, fröhlich und leicht durch die Straßen einer Großstadt radle und all das tun kann, was ich will. Ich sah das im Kontrast zu meinem eigenen Leben. Solche Empfindungen, eine Art Neid auf die Freiheit anderer, habe ich mein ganzes Leben lang gehabt. Aber gestern habe ich diesen Gedankengang gestoppt und ihn ins Gegenteil verkehrt. Ich habe ihn enttarnt als Teil meines uralten Glaubenssatzes, dass ich verzichten muss auf das ganz große Los. Ich habe mir das so lange eingeredet, dass es zur Realität für mich wurde und ein Empfinden von Mangel in mir ausgelöst hat, immer wieder. Aber gestern, in dem Moment, als mir das bewusst wurde, konnte ich es auflösen. Vielleicht ist das schon die Realisierung meines Sankalpa?

Wir sind nicht dazu verdammt, uns Zeit unseres Lebens im Kreis zu drehen, wir dürfen und wir können uns ändern. Es bedarf dazu nur eines Zugangs zu den tieferen Schichten unseres Daseins.

Manoj, thank you so much for giving us an insight into the beautiful world of Yoga Nidra!