Jana

Meine Freundin Jana ist ein ganz besonderer Mensch. Das erste, was allen auffällt, ist ihre fröhliche, positive Art, ihre wirklich extrem sympathische Ausstrahlung. Sie lacht viel. Sie fragt viel. Sie fühlt mit. Kaum jemand kann sich so sehr mit einem freuen wie sie. Genauso kann sie sehr einfühlsam über Probleme sprechen. Sie ist eine Super-Mama, eine Karriere-Frau, eine Kämpferin, ein Männertraum. 


Wir kennen uns schon sehr lange und ich bin wirklich glücklich darüber, dass wir uns über all die Jahre verbunden geblieben sind. Heute empfinde ich unsere Freundschaft tiefer als je zuvor, wenngleich wir in unserem stressigen Alltag leider viel zu wenig Zeit füreinander haben. Jana und ich waren gleichzeitig mit unseren ersten Kindern schwanger, sie war in Zeiten großer Isolation, Unsicherheit und Verzweiflung mein Fels in der Brandung. Sie hat meine Brustentzündungen kuriert, mich mit Globuli versorgt, auf meine Kinder aufgepasst, wenn ich einfach mal in Ruhe zum Frisör gehen wollte. In meinem Freundeskreis gab es damals außer ihr kaum andere Mütter und das hat uns irgendwie sehr zusammengeschweißt.

Ich bin voll tiefer Bewunderung für ihre positive Kraft, mit der sie sich aus tiefen Lebenskrisen alleine herausgeholfen hat und immer und immer wieder zu ihrem fröhlichen Lachen und ihrer positiven Lebenseinstellung zurückgefunden hat. 

Jana ist der lebendige Beweis dafür, dass wir unsere Träume leben sollten. Wieviele Menschen neiden ihr die Fähigkeit, sich einfach das zu nehmen, was sie möchte. Sich nicht zufrieden zu geben damit, als Mutter eben nicht mehr alles machen zu können, wonach einem der Sinn steht. Sie ist eine wundervolle Mutter, sie ist eine tolle und wichtige Freundin für viele, sie hat Hobbies und eine Karriere. Ich meine nicht, dass wir alle all diese Elemente in unserem Leben miteinander vereinen müssen und es ist total ok, wenn jemand - vielleicht auch nur für eine Zeit - z.B. einfach nur Mutter sein möchte. Ich meine aber, dass an uns moderne Frauen so viele Anforderungen gestellt werden und wir wirklich mit mehr Themen beschäftigt sind, als das frühere Generationen von Frauen in unserer Gesellschaft waren. Und Jana ist ein Vorbild für mich, weil sie emanzipiert ist, unabhängig, erfolgreich und dabei alles auf eine glaubhafte Art und Weise unter einen Hut bringt. 

Was ich mir mehr von ihr abschauen möchte: Das Lachen! Ich liebe ihr Lachen. Fleiß und Disziplin. Sie erscheint mir oft wie ein Stehaufmännchen, das noch spät abends den Staubsauger rausholt, wenn ich mich einfach nur noch vor den Fernseher fläzen würde.

Ich erinnere mich so gerne an unsere Urlaube in Holland, als wir ziemlich spontan unsere Kinder eingepackt haben und losgefahren sind. Wie einfach es war, sich abzustimmen, sich die Aufgaben zu teilen, die Kinder der anderen einfach mitzuversorgen. Ich liebe es, wenn solche Dinge unkompliziert funktionieren. Am liebsten denke ich an unsere abendlichen Gespräche zurück, wenn die Kinder im Bett waren und wir mit einer Flasche Wein oder Prosecco im Garten gesessen haben. Und endlich mal Zeit hatten für jede Art von Gossip und Albernheiten, für Seelenstriptease, für Offenbarungen, Erinnerungen, gemeinsame Erkenntnisse. Dafür, der anderen jeweils Mut zu machen und sie auf ihrem eigenen Weg zu bestärken. Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich ihr einfach alles sagen kann, was mich bewegt und bedrückt und dass es keinen Grund für irgendwelche Geheimnisse gibt. Das habe ich nie bereut.


Gerade heute habe ich noch darüber nachgedacht, dass es Menschen gibt, die mich nicht mögen. Das ist ihr gutes Recht und ich habe sogar Verständnis dafür. Ich bin ein ziemlich lebhafter und lauter Mensch, rede unheimlich viel, erzähle auch sehr viel von mir selbst. Es kommt glaube ich öfter mal vor, dass ich Menschen mit meiner Art auf die Nerven falle. Oder dass Menschen, die mich nicht allzu gut kennen, mich für arrogant halten. Womöglich habe ich manchmal einfach eine große Klappe. Früher habe ich mich dafür geschämt, wenn ich gemerkt habe, dass jemand hinter meinem Rücken über mich herzieht oder ich den Eindruck hatte, ich komme gerade nicht besonders gut an. Aber Menschen wie Jana, die mit meiner Art überhaupt kein Problem haben, haben mich gelehrt, das nicht mehr zu tun. Ich bin nicht Everybody's Darling. Ich bin die Freundin der Menschen, die mögen, wie ich bin. Und diese Freunde dürfen mir immer sagen, wenn sie etwas an mir stört und ich bitte sie sogar darum. Es ist wichtig, einen Hinweis zu bekommen, damit man nicht immer wieder in dieselbe Falle hineintappt.

Jana, du bist mein Spiegel und viele Erkenntnisse über mich selbst habe ich durch dich gewonnen. Es ist wundervoll, jemanden zu haben, bei dem man ungebremst man selbst sein darf. Jemanden zu haben, der meine Schwächen ganz genau kennt. Du darfst dich darüber sehr gerne lustig machen, weil ich ganz genau weiß, dass du mich lieb hast. 

Ich möchte dir besonders dafür danken, dass du auch meine Kinder in ihrer Einzigartigkeit erkennen und so sein lassen kannst, wie sie sind. Es ist wunderschön zu sehen, dass sie bei dir so sein und sich so frei fühlen dürfen. Jeder Moment mit dir ist eine Bereicherung für mein Leben. Auf meiner Liste noch zu erledigender Dinge steht ziemlich weit oben ein weiterer Trip mit dir und den Kids nach Holland. Und einer ganz ohne sie - irgendwohin - eines Tages.

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