Dienstag, 14. Mai 2019

Anatomie und Spiritualität im Yoga – eine Diskussion

Wieviel Spiritualität verträgt eine Yogalehrer-Ausbildung? Und kommen andere grundlegende Aspekte wie die Anatomie dadurch zu kurz?


Viele Menschen kommen über körperliche Beschwerden zum Yoga. Sie haben Rückenschmerzen, Haltungsschäden, Kopfschmerzen, verspannte Nacken… und sind auf der Suche nach einer Bewegungsform, die ihnen guttut. Das Om-Singen am Anfang und Ende der Stunde, die Entspannungsphasen… ok, daran muss man sich gewöhnen. Oder man lässt sie einfach weg. Man kann ja vorher auch rausgehen… oder stattdessen ein bisschen schlafen.

„Am Anfang scheint Yoga sehr körperlich“ hat mir mal jemand gesagt.

Die meisten unter uns allerdings, die dabei bleiben, würde ich behaupten, lernen mit der Zeit genau diese Dinge zu schätzen: Die Atemübungen, das Meditieren, das Entspannen, das Chanten. Genau das sind dann die Dinge, die uns motivieren, zum Yoga zu gehen. Warum? Was gibt uns das?


Es ist offensichtlich, dass Yoga viel für unseren Körper tun kann. Wenn wir regelmäßig praktizieren, können wir uns körperlich vollständig fit halten, gesundheitlichen Problemen vorbeugen und sie sogar beseitigen. Aber das gilt eigentlich für jede Art von sportlicher Bewegung, die einigermaßen ausgeglichen praktiziert wird.

Was also macht die Faszination für Yoga aus? Und kann man dieses Konzept beschneiden, es runterbrechen auf gymnastische Übungen, sauberes Alignment und die korrekte Atemtechnik? Ist es möglich, sich nicht mit den Ursprüngen dieser jahrtausendealten Lehre zu beschäftigen und das Konzept dennoch zu verstehen? Und ist es sinnvoll, das so zu machen? Sich zu nehmen, was man zu brauchen glaubt und den Rest zu vernachlässigen?

Was macht einen guten Yogalehrer aus? Etwa, dass er alle Asanas, deren anatomische Vor- und Nachteile, die Risiken, Varianten etc. kennt, sie perfekt in Sequenzen kombinieren kann und damit ein gutes Workout kreiert? Habt ihr euch mal gefragt, warum ihr zu euren Lieblingsyogalehrern geht und was euch davon abhält, andere Kurse zu besuchen, die euch nicht so ansprechen? Was ist es, was guten Unterricht ausmacht?

Vor Kurzem bin ich über eine Diskussion bei Facebook gestolpert (die inzwischen gelöscht wurde, sonst hätte ich sie verlinkt), in der die Frage aufgeworfen wurde, warum in den Yogalehrer-Ausbildungen in Deutschland so viel Wert auf die Vermittlung der hinduistischen Mythologie gelegt werde und dafür das Thema Anatomie viel zu kurz komme. Alle schienen darin überein zu stimmen, dass das Wichtigste im Yoga, wie es heutzutage in westlichen Ländern gelehrt wird, doch die korrekte Ausführung der Asanas sei und es ja schließlich auch durch westliche Einflüsse wie Gymnastik etc. weiterentwickelt worden sei. Entsprechend müsse ein Yogalehrer in seiner Ausbildung hauptsächlich anatomisches Wissen erlangen und seine Zeit nicht mit dem unnötigen Pauken von jahrtausendealten, realitätsfernen und zudem noch religiösen Mythen vertrödeln (denn was bitte hätte denn Religion mit Yoga zu tun?). 


Ich fragte mich, ob ich die einzige bin, die das anders sieht. Die ganze Diskussion darüber, wie bedeutend anatomische versus sprituelle Aspekte im Yoga sind, ist für mich völlig hinfällig. Denn auch Anatomie ist spirituell und Spiritualität hat einen direkten Einfluss auf unsere Anatomie. Gehen wir wirklich zu einem Yogalehrer, weil er uns korrekt ausrichtet? Ist das das einzige, was uns interessiert? Oder könnten wir dann nicht eher zu einem Physiotherapeuten oder Chiropraktiker, zu einem Sportmediziner oder Personal Trainer gehen? Warum gehen wir also zum Yoga?

Meine Antwort ist diese: Ein Lehrer lebt durch seine Persönlichkeit, durch seine ganz individuelle Schwerpunktsetzung und durch dieses gewisse Etwas, was er seinen Schülern weitergibt, das nur er hat. Eine Ausbildung kann Grundlagen schaffen und jeder, der sich mit der Frage beschäftigt, ob er Yoga unterrichten möchte, sollte sich eine Ausbildung aussuchen, die zu den eigenen persönlichen Ansätzen am besten passt. In 200 Stunden ist es absolut unmöglich, alles über Yoga zu vermitteln, was wichtig ist. Wir können in das Thema Anatomie einsteigen und die grundlegenden Dinge darüber lernen, sodass wir uns sicher fühlen und wissen, dass wir keine Fehler machen. Wenn das Thema Anatomie später dann zu etwas wird, was einen wirklich fasziniert, hat man unendliche Möglichkeiten, sich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Und dasselbe gilt für andere Aspekte des Yoga, für Chakrenarbeit, für Meditation, für Pranayama, für die Yogaphilosophie usw. 

In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass jede Stunde einen Bezug zu den spirituellen Ursprüngen des Yoga haben sollte und ich habe erlebt, dass es das Ganze für meine Schüler erst rund macht. Sie kommen zum Yoga, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und einen Ort zu finden, an dem sie sich mit ihrer Spiritualität verbinden können. Die körperliche Praxis hilft ihnen dabei. Aber das, was sie entspannt und gelassen, vielleicht glücklich, vielleicht sogar in dem Moment erleuchtet, nachhause gehen lässt, ist niemals nur der Effekt körperlicher Praxis.


Daher finde ich, sollte es keine Diskussion darüber geben, warum den spirituellen Inhalten so viel Raum in den Ausbildungen gegeben wird. Es handelt sich dabei für mich um Grundlagenwissen, das wir am besten durch eigenes Erleben verinnerlichen. Erst durch das plastische Vermitteln von Yoga-Philosophie wird eine Ausbildung zu dem, was sie ist: einer ganz unmittelbaren Erfahrung dessen, was sich auf Körper und Geist positiv auswirkt. Die Ausbildung sehe ich als eine intensive Reise zu sich selbst. Und durch das Erkennen des eigenen Selbst kommt automatisch auch die Fähigkeit, dieses Erleben weiterzugeben. 

Wenn es beim Yoga um Ganzheitlichkeit geht – und ich denke, darin stimmen wir alle überein – dann ist doch eine Diskussion über Anatomie versus Spiritualität gar nicht notwendig. Ein simples Beispiel ist die Synchronität des Chakra-Systems und der physischen Körpersysteme. Wenn wir uns wirklich in der Tiefe mit Anatomie beschäftigen, kommen wir schnell an den Punkt, an dem uns bewusst wird, wie verflochten Körper und Geist miteinander sind. Wir wissen heutzutage, dass unser Geist messbare Impulse an den Körper abgibt und damit ganz massiv körperliche Prozesse beeinflusst. Wir kennen die Zusammenhänge der Darm-Hirn-Achse, zwischen Depressionen und einer geschädigten Darmflora, zwischen Entspannungstechniken und ausbalancierten Hormonsystemen. Wir haben erkannt, dass körperliche Symptome in den allermeisten Fällen (d.h., wenn sie nicht durch ein physisches Trauma ausgelöst wurden) eine seelische Ursache haben und umgekehrt.

Anatomie ist wahnsinnig faszinierend und kann ein Schlüssel für den Zugang zu sich selbst sein. Sie ist unwidersprochen ein maßgeblicher Bestandteil der Yogalehre. Und sicher ist es nicht gut, wenn es Lehrer gibt, die zu wenig darüber wissen und dadurch möglicherweise Schaden anrichten. Für mich entsteht allerdings auch ein großer Schaden, wenn Schülern ein eher körperlich geprägtes Bild von Yoga vermittelt wird und der spirituelle Teil als unwichtiger Schnickschnack abgetan wird. Denn genau darin liegt das große und heilsame Potential von Yoga. Meine ganz persönliche Erfahrung bestätigt das und auch als selbst praktizierende Yogalehrerin überrascht es mich immer wieder, wie groß der Bedarf an Auseinandersetzung mit Spiritualität tatsächlich ist.

Meine Antwort auf die eingangs gestellte Frage ist also: Die Leute kommen zum Yoga weil sie gerade in der Spiritualität etwas finden, was ihnen woanders nicht angeboten wird. Und auch wenn sie es anfangs noch gar nicht wissen, sich auf ihrer Suche noch unklar fühlen, spirituelle Themen vielleicht sogar ablehnen, weil sie ihnen zu unwissenschaftlich und unplausibel erscheinen, so erfahren sie eben doch ganz unmittelbar, wie man sich nach einer guten Yogastunde fühlen kann.



Yoga bedeutet Einheit. Einheit von Körper und Geist. Abwesenheit von Urteilen und Kategorien wie gut und schlecht. Überlassen wir es doch jedem Yogi selbst, auf welche Weise er praktizieren möchte, welche Schwerpunkte er dabei setzen möchte und welchen Weg er beschreitet. Es erstaunt mich wirklich, dass in der Welt des Yoga eine Diskussion darüber aufkommen kann, was besser oder schlechter ist. Uns muss nicht alles gefallen, aber wir müssen auch nicht alles immer und ständig bewerten, uns eine Meinung dazu bilden und uns darüber erheben. Was nützt uns das Schimpfen über schlechte Ausbildungen? Vertrauen wir lieber darauf, dass jemand, der auf der Suche nach etwas für ihn Geeignetem ist, genau das findet, was er sucht. Und dass, falls er es nicht findet, seine Suche weitergeht. Denn niemand von uns lernt jemals aus und Voraussetzung dafür, ein guter Yogalehrer zu sein ist es immer auch, ein guter und aufmerksamer, kritischer und dennoch nicht urteilender Schüler zu sein. 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir immer neugierig bleiben und Yoga als eine jahrtausendealte Lehre mit vielfältigen Facetten und Aspekten respektieren und in diesem weiten Feld unseren eigenen, ganz persönlichen und individuellen Weg finden. Namasté.

Sonntag, 28. April 2019

Mutterschaft

So viele Rollen, die wir spielen, die wir mal mehr und mal weniger gut ausfüllen in dieser Gesellschaft. Eine davon ist für mich die der Mutter.

Ich habe meine Mutterschaft allerdings immer als das gesehen - als eine Rolle - und nicht als etwas, das mein ganzes Wesen ausmacht. Für mich ist Muttersein ein Privileg und gleichzeitig die größte Herausforderung überhaupt.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich viele Dinge mit anderen Augen. Mein ältester Sohn ist jetzt neun  Jahre alt und ich erinnere mich wie das war, völlig verunsichert als junge Mama eines Neugeborenen, für die sich eine ganz neue Welt auftat. Ich war so dankbar und absolut überfordert, so naiv. Und wenn ich noch weiter zurückblicke, dann sehe ich mich als Kind, wie ich mir mein zukünftiges Leben als Mutter vorstellte. Als Jugendliche las ich das Buch "Paula" von Isabel Allende und von diesem Moment an hatte ich das Gefühl, bereits eine Verbindung zu meiner ungeborenen Tochter zu haben. Als ich dann zwei Jungs bekam, merkte ich, dass diese Art von "Vorahnung" oder "Vorhersage" nichts mit der Realität zu tun hat. Und überhaupt war das, was ich als junge Mama von meinen beiden Jungs lernte, dass ich alle Pläne, Vorsätze, Dogmen, Anschauungen getrost über Bord werfen konnte, weil sowieso alles anders kam als gedacht. Und ich fand das sehr heilsam. All die Dinge, die man sich selbst immer vorgebetet hatte, die einem eingetrichtert wurden von allen Seiten, spielten keine Rolle mehr.


Als ich meine Yogalehrerausbilung begann, passierte noch etwas anderes: Mir wurde bewusst, wie sehr ich mein Leben und das, was darin geschieht, beeinflussen kann, dass ich selbst die Schöpferin meiner Realität bin und dass, wenn ich ganz im widerspruchslosen Einklang mit mir und meiner Umgebung bin, genau das geschieht, was ich möchte. In diesem Moment bin ich mit meiner Tochter schwanger geworden. Und auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie es ist, eine Mädchen-Mama zu sein, so sehe ich in dieser Wende meines Lebens doch eine ganz konsequente Linie. Lange habe ich gedacht, dass ich keine Kinder mehr bekomme, ohne mit dem Thema jemals ganz abzuschließen. Für mich war es auch ok, nicht zu wissen, was passiert. Diese Idee, wir könnten unser Leben exakt planen, ist eine völlige Illusion und dient wahrscheinlich nur dazu, uns irgendwie so gut es geht in Sicherheit zu wiegen. Dennoch erfüllen sich unsere Wünsche immer wieder auf scheinbar magische, wenn auch nicht vorhersehbare Weise. Heute fühlt es sich für mich genau richtig und konsequent an, dass ich eine Tochter bekomme.

Und wer bin ich nun als Mutter? Wieviele von den Fehlern, die meine Eltern schon gemacht haben, wiederhole ich in meiner Ahnungslosigkeit? In erster Linie würde ich sagen, dass ich aus ganzem Herzen liebe. Dann gehört für mich noch dazu, dass ich sehr oft an meine Grenzen komme und mich und meine Bedürfnisse hinten anstellen muss. Damit umzugehen ist vielleicht das Schwerste. Aber - vor allem wenn ich zurückblicke auf das, was ich mit den beiden Jungs schon hinter mir habe - dieses Überschreiten der Grenzen hat mich so viel stärker gemacht, so viel älter und reifer (und das in einem sehr positiven Sinne). Es hat mir meine Stärke gezeigt, die ich vorher in mir gar nicht erkannt hatte.

Da ist auch ein Bedürfnis, mich voll und ganz hinzugeben. Meinen Kindern zu dienen und mein Ego tatsächlich mal für eine Weile zurückzustellen. Meinen Körper zur Verfügung zu stellen und Leben zu schenken. Zu geben, ohne etwas zu erwarten.

Ich habe drei in vielerlei Hinsicht extrem beschwerliche Schwangerschaften hinter mich gebracht (naja, fast...) und ich bin irgendwie erstaunt und auch ein bisschen stolz (was totaler Schwachsinn ist), dass ich sie überlebt habe. Ich weiß, es gibt Frauen, die viel mehr Kinder bekommen und die das ganz anders wegstecken, aber ich möchte für mich anerkennen, dass in diesen drei Schwangerschaften eine große Leistung steckt. Ich weiß auch, dass es viele Frauen gibt, die dieses Privileg nicht genießen können, obwohl sie es sich sehr wünschen und bin auch deshalb von noch größerer Dankbarkeit erfüllt.

Ich war mir immer bewusst, dass meine Kinder mir nicht gehören und dass sie, von dem Moment an, in dem sie geboren werden, Stück für Stück unabhängiger von mir werden und mich eines Tages nicht mehr brauchen werden. Und ja, das kann sich schonmal sehr schmerzhaft anfühlen, aber ich finde es so wichtig, dass meine Kinder nicht das Aushängeschild meines Erfolgs als Mutter sind, sondern individuelle Wesen, die ein Recht auf ein selbstbestimmtes, freies Leben haben und die ich laufen lassen muss, früher oder später. Darin steckt auch für mich die klare Aussage, dass da nach der Lebensphase der "Kinderaufzucht" noch ganz viel auf mich wartet und ich mich in anderen Rollen, auf anderen Gebieten, austoben und verwirklichen kann.


Jetzt liegen die letzten Tage vor der Geburt vor mir, die für mich auch eine Herausforderung bedeuten. Ich möchte mich nicht wehren gegen all die Beschwerden, ich möchte nicht ungeduldig sein, ich möchte entspannt bleiben und die letzten Momente ohne das Baby genießen. Dabei bin ich meistens so erschöpft und muss einsehen, dass es hauptsächlich darum geht, einfach nur da zu sein und mich auszuruhen. Verglichen mit den vorangegangenen Schwangerschaften gelingt mir das meistens ganz gut. Aber abgesehen von diesem unsicheren, zaghaften Vorfreude-Gefühl auf meine Tochter, wie sie aussehen wird, wie sie so sein wird, freue ich mich unglaublich darauf, diesen gigantischen Bauch loszuwerden und mich wieder uneingeschränkter bewegen zu können. Bei all dem hilft es mir ungemein, dass mir so bewusst ist, wie vergänglich das alles ist. Diese Situation ist einmalig, wirklich wunderbar und nicht von Dauer. Genauso wird das Baby sich unlaublich schnell weiter entwickeln und es wird sich nicht lange anfühlen, bis ich auf ihre ersten Lebensjahre zurückblicke. Früher hat mir das Angst gemacht. Heute gebe ich mich diesem Lauf des Lebens anders hin, mit mehr Vertrauen und der absoluten Gewissheit, dass sowieso gar nichts bleibt, wie es ist. Wir geben und nehmen in ständigem Wechsel, wir verändern uns kontinuierlich, aber wir verschwinden nie, wir transformieren uns nur. Ist mein Baby ein Teil von mir? Von was bin ich ein Teil? Wie fühlt sich das große Ganze an? 

Diese Schwangerschaft ist erst ganz am Ende zu einer schönen Zeit in meinem Leben geworden, als ich losgelassen habe. Als ich meinen Fokus weg von all den unschönen, unangenehmen, schmerzhaften Dingen gelenkt und das Schöne gesehen habe. Bezeichnenderweise hat der Frühling sich um mich herum und in mir ausgebreitet und es mir leichter gemacht, mich aus der Winter-Depri-Phase rauszuschälen. Vielleicht kann ich eines Tages auch das Winterliche in meinem Leben anders anerkennen. Jetzt liegt der Sommer vor mir und meiner Familie und ich bin erfüllt von Liebe, Zuversicht, Vorfreude und Spannung. Ich wünsche mich nicht länger an einen anderen Ort oder in ein anderes Leben, sondern genieße die Verwirklichung all dessen, was ich mir erträumt habe. Und es bedeutet nicht, dass ich nicht jetzt schon auch ganz viel Respekt habe vor der neuen großen Aufgabe, vor der Belastung, der Ungewissheit, dem Schlafmangel, den Schmerzen. Wenn ich mich aber frei mache von dem Anspruch, immer happy zu sein und diese Momente des Zweifels zulasse, ganz in der Gewissheit, dass sie immer wieder kommen, gibt mir auch dieses Zulassen Frieden. Denn es zeigt mir, was real ist für mich. Das Angenehme kann zu viel werden und dann ganz schnell unangenehm. Niemals befinde ich mich tatsächlich ganz in der ausbalancierten Mitte, sondern immer irgendwo zwischen zwei Polen. Beide sind Teil meiner Wirklichkeit, verdienen Anerkennung und Wahrnehmung und geben meinem Leben Sinn.

So ist es auch jetzt, in meiner Ungeduld, in der ich dennoch die Ruhe vor dem Sturm unheimlich genieße. Ich gebe mich der Veränderung hin, vertraue auf den Fluss des Lebens und lasse das Baby in mein Leben, wenn es soweit ist.